Die A6

Unfälle, Baustellen, Staus - Eine Analyse

Die A6 als Teil der E50

Die Bundesautobahn 6 (A6) ist die bedeutendste Verkehrsader der Region Heilbronn-Franken - und das Drehkreuz Europas. Sie ist Teil der fast 5.000 Kilometer langen Europastraße 50, die Paris mit Prag verbindet und von Brest bis ins russische Machatschkala führt.

“Die A6 hat eine zentrale Bedeutung als Handelsachse. Die Region um Stuttgart gilt als eins der Zentren des deutschen Mittelstands.”

Tomás Bayón, Professor für Marketing und Dienstleistungsmanagement, German Graduate School, Heilbronn

Diese wirtschaftlichen Bedeutung macht die A6 zu einer der am stärksten frequentierten Autobahnen in Deutschland. Das zeigen die Daten aus den Dauerzählstellen an Autobahnen. Mehr als 96.000 Fahrzeuge passieren täglich die A6-Zählstelle in Neckarsulm. Jedes fünfte Fahrzeug ist ein Lkw. Das liegt deutlich über den Durchschnittswerten aller Dauerzählstellen.

Viel Verkehr auf der A6

Daten: Dauerzählstelle Neckarsulm I und Durchschnitt aller Zählstellen auf Bundesautobahnen, BAST

Wo viele Fahrzeuge verkehren, steigt das Risiko für Unfälle. In diesem Jahr gab es bereits viele schwere Verkehrsunfälle auf der A6 - vor allem mit Lkw-Beteiligung.

Immer mehr Unfälle: Das ist auch das subjektive Gefühl unserer Leser, gerade in den sozialen Netzwerken. Diesen Eindruck haben wir zum Anlass genommen, die Unfall-Daten der vergangenen Jahre zu analysieren. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat uns einen Datensatz mit allen polizeilich erfassten Unfällen auf der A6 von Januar 2010 bis einschließlich April 2014 zur Verfügung gestellt.

Unfallkarte öffnen

Die Unfallkarte zeigt Abschnitte in unserem Verbreitungsgebiet, an denen es besonders häufig kracht: Sinsheim, rund um Fürfeld, den Bereich der Neckartalbrücke, das Weinsberger Kreuz und den hohenlohischen Teil der A6 von Bretzfeld bis Öhringen.

Wir nehmen diese fünf Bereiche genauer unter die Lupe und wählen an jedem einen anderen Fokus: Welche Rolle spielt der Lkw-Verkehr? Ist der Stau zum Normalzustand geworden? Welche Auswirkungen haben die Unfälle auf die Umleitungsstrecken?

1/5

Sinsheim

Fokus: Lkw-Unfälle

Die A6 bei Sinsheim ist eine bekannte Stau- und Unfallstrecke. Auf dem hügeligen Abschnitt behindern behäbige Lkw den Verkehrsfluss. Es kommt immer wieder zu Verkehrsbehinderungen und Auffahrunfällen.

Die Unfalldaten zeigen: An 41 Prozent aller Unfälle im Bereich Sinsheim-Steinsfurt waren Lkw beteiligt. Kein Wunder: Der Schwerlastanteil auf der A6 ist im Vergleich zu anderen Autobahnen extrem hoch. Fast jedes fünfte Fahrzeug ist ein Lastwagen, wie die Auswertungen an der Dauerzählstelle Neckarsulm zeigen.

Quelle: BAST

Doch wieso sind überproportional viele Lkw an Unfällen beteiligt? Technische Mängel sind nur selten der Grund. Nach Angaben der Verkehrspolizei Heilbronn ist der Zustand der sicherheitsrelevanten Teile wie Bremsen, Reifen und Druckluftanlagen bei Lastwagen überwiegend gut.

Die Hauptunfallursachen sind nach Polizeiangaben zu geringer Abstand, eine zu hohe Geschwindigkeit, schlecht gesicherte Ladung und unsicheres Überholen.

Bei 60 Prozent der Lkw-Unfälle auf Autobahnen ist die Ursache laut Statistischem Bundesamt auf Fehlverhalten der Fahrzeugführer zurückzuführen. Der häufigste Grund: zu geringer Abstand, gefolgt von nicht angepasster Geschwindigkeit. Immer wieder geraten Lastwagenfahrer deshalb bei Unfällen in die Kritik. Die Autobahnpolizei will in den kommenden Wochen verstärkt den Abstand der Lastwagen kontrollieren.

Die Unfallkarte zeigt am Beispiel Sinsheim ein weiteres Problem, das für die A6 symptomatisch ist: Viele Unfälle ereignen sich vor Fahrbahnverengungen, an denen sich der Verkehr staut - wie etwa nach der Anschlussstelle Sinsheim. In Fahrtrichtung Mannheim gibt es dort eine Fahrbahnverengung von drei auf zwei Spuren. Nach Angaben der Mannheimer Polizei zieht diese Fahrbahnverengung viele Auffahrunfälle nach sich.

Unfallkarte öffnen

Die Unfallhäufung an der Fahrbahnverengung verdeutlicht, wie wichtig ein lückenloser sechsspuriger Ausbau ist - gerade auf einer stark befahrenen Autobahn wie der A6.

> Sechsspuriger Ausbau der A6 ab 2016 geplant (stimme.de)

“Problematisch für die Region ist, dass im Gegensatz zu anderen innerdeutschen West-Ost-Verbindungen wie der A2 und A4 noch keine durchgängig grundlegende Modernisierung der A6 stattgefunden hat.”

Tomás Bayón, German Graduate School
2/5

Fürfeld

Fokus: Unfallrisiko Stau

Wer auf der A6 von Heilbronn in Richtung Mannheim unterwegs ist, weiß: Hier muss mit Staus gerechnet werden. Die Autobahn ist bis Fürfeld nur zweispurig ausgebaut. Vor allem an den Stellen, an denen sich die Autobahn von drei auf zwei Fahrspuren verengt, erhöht sich das Stauvorkommen und damit das Unfallrisiko.

Unfallkarte öffnen

Die A6 ist hinter der A8 und der A81 die staureichste Autobahn Baden-Württembergs. Bis zum 25. Juni gab es laut ADAC im Jahr 2014 3.851 Meldungen über Staus oder stockenden Verkehr auf der A6. Gegenüber dem Jahr 2013 bedeutet dies eine Steigerung von 31%.

Noch schlimmer sieht es bei den Staukilometern aus, dort ergibt sich mit 11.581 km eine Steigerungsrate um ca. 52 % gegenüber dem Vorjahr.

Besonders betroffen ist der Abschnitt Mannheim - Heilbronn. Auf diesem Abschnitt wurden 3362 Meldungen gezählt, das sind 38% mehr als im Vorjahr. Für die A6 in Baden-Württemberg bedeutet das, dass rund 87% aller Staus auf der A6 zwischen Heilbronn und Mannheim gezählt werden.

Nach Angaben der Heilbronner Polizei ereignete sich 2013 etwa jeder zehnte A6-Unfall im Bereich des Polizeipräsidiums an einem Stauende. Etwa 4 Prozent aller Autobahnunfälle sind innerhalb einer Baustelle passiert. Am Stauende ist die Unfallgefahr also wesentlich höher als innerhalb einer Baustelle. Das frühzeitige Einschalten der Warnblinkanlage kann in Stausituationen Leben retten.

> Wie muss bei einem Unfall oder im Stau verhalten? (stimme.de)

3/5

Neckartalbrücke

Fokus: Nadelöhr Brücke

Die Neckartalbrücke ist das Sorgenkind der Region. Der 1,3 Kilometer lange Koloss ist in die Jahre gekommen. Zuletzt fuhren täglich mehr als 100.000 Autos und 25.000 Lastwagen über die Brücke. Zu viel für das Bauwerk. Im Oktober vergangenen Jahres musste der Verkehr von drei auf zwei Fahrspuren verengt werden, um das Gewicht, das die Brücke tragen muss, zu verringern. Die Folge: permanente Staus, gerade in den Stoßzeiten.

Die Staus sind ein Unfallrisiko. Laut Polizei Heilbronn ereigneten sich 2013 11,6 Prozent der A6-Unfälle am Stauende. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs: Kleinstunfälle sind dabei nicht mit einberechnet. Und diese machen etwa 50 Prozent aller Unfälle aus.

"Es reicht, wenn eine Fahrspur durch einen Kleinstunfall gesperrt ist. Dann haben wir einen Verkehrskollaps".

Helmut Wacker, Leiter der Verkehrspolizei in Weinsberg

Besonders an den Anschlussstellen Untereisesheim und Neckarsulm - also vor und nach der Neckartalbrücke - kracht es häufig. Und dort zeigen die Daten auch eine deutliche Zunahme der Unfälle in der vergangenen Monaten.

Unfallzunahme im Bereich Neckartalbrücke, Unfälle je Monat

Mitte Mai hat die Verkehrsbehörde beim Regierungspräsidium Stuttgart deshalb mit Vertretern der Polizei hier eine Verkehrschau durchgeführt. Wesentliche Unfallursachen in beiden Fahrtrichtungen seien die sogenannte “nicht angepasste Geschwindigkeit”. Es hat sich gezeigt, dass sich die Verkehrsteilnehmer mit ihrer Geschwindigkeit nicht immer genügend auf die Staus insbesondere zur Rush Hour einstellen.

Als Abhilfemaßnahmen hat man in Fahrtrichtung Mannheim die Fahrbahnmarkierungen geändert. An der Anschlussstelle Heilbronn/Neckarsulm können ausfahrende Verkehrsteilnehmer nun ab Weinsberg direkt den rechten Fahrstreifen benutzen. Das reduziert laut Regierungspräsidium Verflechtungsvorgänge. In Fahrtrichtung Nürnberg sollen auch die Ausfahrten verlängert werden, um die Stausituationen zu entschärfen.

Visualisierung der geplanten Neckarbrücke

Leonhardt, Andrä und Partner

Doch der Bereich Neckartalbrücke wird das Sorgenkind bleiben. Geht die Brücke ganz kaputt, müsste der Verkehr gar auf eine Spur verringert werden. „Das müssen wir verhindern“, sagt Wacker. „Das wäre der Gau. Die Umleitungsstrecken könnten das nicht mehr tragen.“ Frühestens 2016 soll die Neckartalbrücke neu gebaut werden - bei laufendem Betrieb.

> Brücken entlang der A6 (stimme.de)

4/5

Weinsberger Kreuz

Fokus: Erhöhtes Verkehrsaufkommen

Wenn die A6 die Verkehrsader der Region ist, ist das Weinsberger Kreuz das pulsierende Herz. Von hier aus gehen die Verkehrsströme in Richtung der Metropolregion Rhein-Neckar, nach Nürnberg, Stuttgart und Würzburg.

Verkehrsaufkommen am Weinsberger Kreuz

Für diese Grafik wurden die Daten der Dauerzählstellen ausgewertet, Quelle: BAST

Zwischen Pleidelsheim und Neuenstadt verändert sich das Verkehrsaufkommen enorm. Die A6 zieht wie ein Staubsauger Verkehr von der A81 in Richtung Norden ab.

"Am Weinsberger Kreuz trifft die A81 auf die A6, die die Transportströme nach Westen und Osten weiter verteilt."

Tomás Bayón, German Graduate School

Dazu kommt der Pendlerverkehr. Auf eine Verdichtung des Verkehrsaufkommens in der Region deuten auch die Zulassungszahlen hin. In den vergangenen drei Jahren stiegen diese deutlich an:

Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge zum Stichtag 30.06.:

Landkreis Heilbronn, Daten: Landratsamt Heilbronn

"Problematisch für die Region ist, dass im Gegensatz zu anderen innerdeutschen West-Ost-Verbindungen wie der A2 und A4 noch keine durchgängig grundlegende Modernisierung der A6 stattgefunden hat, was leider viele Staus nach sich zieht."

Tomás Bayón, German Graduate School

Viel Verkehr, viele Spurwechsel, viele Staus: Diese Faktoren sind ausschlaggebend dafür, dass am Weinsberger Kreuz häufig kracht. Allerdings deuten die Unfallzahlen der vergangenen zwei Jahre für den Bereich Weinsberg nicht auf eine Zunahme der Unfälle hin - Kleinstunfälle tauchen in dieser Statistik nicht auf. Doch auch diese können den Verkehr lahm legen.

5/5

Hohenlohe

Fokus: Verkehrskollaps auf Umleitungsstrecken

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Weinsberger Kreuz und Öhringen gab es in den vergangenen Monaten mehrere schwere Unfälle. Die Autobahn war teilweise stundenlang gesperrt, die Umleitungsstrecken kollabierten. Der Bereich zwischen Neckarsulm und Bretzfeld ist stärker unfallbelastet als andere. Die Zahl der Unfälle liegt seit 2010 aber auf etwa gleichbleibendem Niveau.

Auf dem hohenloischen Teil der A6 herrscht weniger Verkehr als bei Neckarsulm. Der Streckenabschnitt weist aber an der Zählstelle bei Schwabbach einen extrem hohen Schwerverkehrsanteil (22,6 Prozent) auf. Mindestens jedes fünfte Fahrzeug ist ein Lkw. Zum Vergleich: Auf der A81 bei Pleidelsheim ist nur jedes zehnte Fahrzeug ein Lkw.

Seit Anfang Juli 2013 wird die Ohrntalbrücke instand gesetzt und soll bis Ende 2015 fertig sein. Die Fahrbahn wurde in beide Richtungen von drei auf zwei Spuren verengt. Wenn es vor der Brücke staut, weichen immer mehr Fahrzeuge auf Umleitungsstraßen aus. Aber die Umleitungsstrecken können den A6-Verkehr nicht bewältigen. Die Straßen sind nicht für diesen Verkehr ausgelegt.

Nach wissenschaftlichen Berechnungen kann eine Spur Autobahn im Schnitt 1800 Fahrzeuge in der Stunde aufnehmen (bei einem Schwerverkehrsanteil von 10 Prozent). Eine normale Straße bewältigt nur 1000 Fahrzeuge in der Stunde. Kein Wunder, dass die Umleitungsstrecken in der Region regelmäßig überlastet sind.

Davon sind in Hohenlohe vor allem Öhringen und Neuenstein mit den umliegenden Orten betroffen. Da es häufig zu Staus kommt, sind Probleme fast an der Tagesordnung. Blechlawinen quälen sich auch durch Bitzfeld, Schwabbach oder Dimbach, wenn die A6 mal wieder dicht ist.Deshalb fordern die Bürgermeister dieser Kommunen vehement den Ausbau der A6.

> Anrainer-Kommunen fordern Lösung

Doch die Kosten für den Ausbau der 64-Kilometer-Strecke sind ein immenses Problem. Man rechnet mit 750 Millionen Euro. Ab 2018 könnten die Arbeiten für den Ausbau ausgeschrieben werden. Wann sie tatsächlich starten, ist wegen der unsicheren Finanzierung unklar.

> Gute Chancen für Privatausbau der A6

Fazit: Staus nehmen zu

Immer mehr Unfälle. Dieses subjektive Empfinden hat die A6-Analyse nicht bestätigt. Eine Zunahme zeigt sich nur im Bereich der Neckartalbrücke. Im Oktober vergangenen Jahres musste hier der Verkehr von drei auf zwei Fahrspuren verengt werden, um das Gewicht, das die Brücke tragen muss, zu verringern. Um Staus vorzubeugen, hat die Polizei die Fahrbahnmarkierungen kürzlich geändert. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Stuttgart zeigt diese Maßnahme bereits Wirkung. (Sie haben andere Erfahrungen? Dann schreiben Sie uns!).

"Verglichen mit den Vorjahren ist die Situation auf der A6 nicht auffälliger."

Helmut Wacker, Leiter der Verkehrspolizei in Weinsberg

Einzige Ausnahme: In den ersten vier Monaten des Jahres, gab es besonders viele schwere Lkw-Unfälle im Gebiet der Polizei Heilbronn – 23 an der Zahl. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 14, 2012 gar nur zehn schwere Lkw-Unfälle.

Wie die Analyse gezeigt hat, ist der Bereich der A6 von Sinsheim bis Öhringen stark frequentiert und die Staus nehmen drastisch zu. Dies liegt vor allem an den zahlreichen Fahrbahnverengungen an Brücken. Hier passieren häufig Kleinstunfälle, die in keiner Statistik auftauchen. Doch auch sie können den Verkehr zum Erliegen bringen. Dazu kommt: Der Schwerverkehrsanteil ist auf der A6 überdurchschnittlich hoch, an jedem dritten Unfall ist ein Lkw beteiligt. Die Daten zeigen auch: Wo Lkw verwickelt sind, sind die Opfer häufiger schwer verletzt.

Lkw-Unfälle sind oft folgenschwer: Kilometerlange Staus, aufwendige Bergungen und Teil- oder Vollsperrungen der Autobahn sind die Folge. Dadurch sind nicht nur die Menschen auf der Autobahn von den Unfällen betroffen, sondern auch die umliegenden Kommunen. Umleitungsstrecken sind überlastet, der Verkehr kollabiert.

Größtes Problem ist, dass die A6 in der Region trotz des hohen Verkehrsaufkommens in weiten Teilen noch nicht sechsspurig ausgebaut ist. Der Abschnitt zwischen Fürfeld und Heilbronn könnte bald ausgebaut werden. Einen entsprechenden Beschluss gibt es seit 2012. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums könnte der 7,5 Kilometer lange Abschnitt ab 2016/17 für etwa 70 Millionen Euro ausgebaut werden. Für den stark vom Schwerlastverkehr betroffenen Teil von Weinsberg bis an die bayerische Landesgrenze steht eine Lösung noch aus.

”Die A6 im Bereich Weinsberg-Feuchtwangen wurde in der Vergangenheit zurückhaltend behandelt. Das Verkehrsaufkommen hat sich nach der Wende aber deutlich erhöht.”

Robert Hamm, Regierungspräsidium Stuttgart

Überproportional oft sind Lastwagen an Unfällen beteiligt. Häufige Unfallursache: Lkw-Fahrer, die zu wenig Abstand halten. Das Feindbild Lkw-Fahrer ist auf der Straße wie in den sozialen Netzwerken ein oft beobachtbares Phänomen. Oft wird dabei ihre Funktion innerhalb des Wirtschaftskreislaufes vergessen. Die A6 ist auch deshalb stark befahren, weil die Region stark exportorientiert ist.

“Heilbronn-Franken ist die Region der Weltmarktführer und somit stark exportorientiert. Besonders wichtige Exportländer sind dabei unsere Nachbarn im Westen und Osten.”

Tomás Bayón, German Graduate School

Auf der baden-württembergischen A6 starben seit 2010 23 Menschen. Davon kamen 17 in dem von uns untersuchten Streckenabschnitt Sinsheim-Öhringen ums Leben. Jeder Tote ist einer zu viel. Und doch muss man an dieser Stelle auch eine andere Statistik in den Blick nehmen: Die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr ist seit Jahrzehnten rückläufig. Auf eine Million gefahrener Streckenkilometer kommen im Schnitt fünf Tote. Betrachtet man nur die Autobahn, sind es 1,7 Tote. Damit gilt die Autobahn als sicherste Straße in Deutschland. Die A6 ist dabei keine Ausnahme.

Tote im Straßenverkehr

Daten: BAST

Die Unfallzahlen gehen seit Jahren kontinuierlich zurück, die Straßen und Fahrzeuge werden sicherer. Gleichzeitig nimmt die Berichterstattung über Verkehrsunfälle zu. Auch wir von Stimme.de informieren die Leser nahezu in Echtzeit über Unfälle, Staus und Straßensperrungen. Über die sozialen Medien erreichen wir dadurch mehr Menschen, als je zuvor. Artikel über Unfälle werden tausendfach geteilt und aufgerufen. Dabei schleicht sich bei vielen Lesern das Gefühl ein, es gäbe immer mehr schwere Unfälle. Einen solchen Trend bestätigen die Zahlen nicht.

Über das Projekt

Die Analyse nimmt ausgehend von den Unfalldaten (Januar 2010 - April 2014) fünf redaktionell gewählte Unfallschwerpunkte auf der A6 bei Heilbronn in den Blick: Sinsheim-Steinsfurt, Fürfeld, im Bereich der Neckartalbrücke, das Weinsberger Kreuz und Hohenlohe. An jeden Schwerpunkt richten wir den Fokus auf ein anderes Thema, das eng mit Unfällen zusammen hängt: Welche Rolle spielt der Lkw-Verkehr? Ist der Stau zum Normalzustand geworden? Wo behindern Bauvorhaben den Verkehr? Welche Auswirkungen haben die Unfälle auf die Umleitungsstrecken? Um diese Fragen zu beantworten, wurden weitere, überregionale Verkehrsdatensätze und -auswertungen miteinbezogen.

Aussagen über Zusammenhänge mit Baustellen oder Tageszeiten ließen die Datensätze nicht zu. Die Polizei sammelt zwar bei jedem Unfall auch jede Menge Daten: Uhrzeit, Art des Unfalls, Alter der Beteiligten, äußere Einflüsse. Dabei entstehen Datensätze, die theoretisch weitreichende Unfallanalysen ermöglichen. Diese Rohdaten darf uns die Polizei aber nach eigener Auskunft nicht zur Verfügung stellen.

Daten

Statistisches Landesamt, Tübingen - A6-Unfälle Baden-Württemberg, Januar 2010 - April 2014 Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST), Daten aus der Automatischen Verkehrszählung 2013 http://www.bast.de/DE/FB-V/Fachthemen/v2-verkehrszaehlung/zaehl_node.html ADAC, Staudaten Baden-Württemberg Statistisches Bundesamt

Mitwirkende

Redaktion: Vanessa Wormer (@remrow), Steffen Heizereder (@stimmeheize)

Programmierung: Felix Ebert (@femeb)

Gestaltung: Heiko Nicht (@heikonicht)

Fotos: Steffen Heizereder, Ralf Reichert, Steffan Maurhoff, Mario Berger, Polizei Heilbronn, Dennis Mugler

Impressum

HEILBRONNER STIMME GmbH & Co. KG
Allee 2, 74072 Heilbronn
Telefon 07131 615-0
Fax 07131 615-200
E-Mail servicecenter@stimme.de
Amtsgericht Stuttgart HRA 103208
Umsatzsteuer ID: DE 145800252

phG: Heilbronner Stimme Verwaltungsgesellschaft mbH
Amtsgericht Stuttgart HRB 103454

Geschäftsführer:
Tilmann Distelbarth, Bernd Herzberger